DAS PRIORITÄTEN PRINZIP: SO ERKENNST DU WAS DIR WICHTIG IST

Das Prioritäten-Prinzip: Wie erkennst du was dir wichtig ist und wie verändert es dein Leben?

Es gibt kaum etwas, das einen vergleichbaren Einfluss auf unser gesamtes Leben hat, wie die eigenen Prioritäten und deren hierarchische Ordnung.

Unsere persönlichen Prioritäten wirken sich auf jeden Lebensbereich aus: unsere zwischenmenschlichen Beziehungen, unser physisches Wohlbefinden, unsere berufliche Entwicklung, unsere Finanzen und unseren Werdegang als Mensch.

Die eigenen Prioritäten bestimmen darüber, wie wir Entscheidungen treffen, wie und mit wem wir unsere Zeit verbringen, wofür wir unser Geld vorrangig ausgeben, worüber wir uns am liebsten unterhalten, was unsere Aufmerksamkeit erregt, wie wir Urteile fällen, worauf wir uns am längsten fokussieren können, was wir gerne lernen und lesen, und so viel mehr. Wir geben stets eine Sache, die uns unwichtig erscheint, für etwas subjektiv Wichtigeres auf.

Die Welt eines Fußballfans wird deutlich anders gefiltert, als die Welt eines Unternehmers. Während der Fußballfan alles wahrnimmt, was seine Prioritäten unterstützt (sein Verein, Fans des gleichen Teams, Sport Nachrichten, etc.), achtet der Unternehmer akribisch auf neue Ideen, die seine Produkte verbessern können, Wege wie er seinen Kunden noch mehr Nutzen schaffen kann, Möglichkeiten, weiter zu wachsen und noch mehr Umsatz zu generieren.

Der Fußballfan kann sich stundenlang über die vergangenen Spiele mit seinen Freunden austauschen. Es wird über die neuesten Transfers diskutiert, Prognosen für kommende Spiele aufgestellt und (fast) alles dreht sich um Fußball. Das eigene Geld wird viel lieber in Eintrittskarten investiert, als in andere Bereiche. Beim Unternehmer sieht dies wiederum ganz anders aus. Er umgibt sich mit Menschen, die mit ihm Ideen spinnen, Visionen durchdenken und Möglichkeiten für weiteren Fortschritt diskutieren. Er investiert sein Geld vorrangig in Ideen, an die er glaubt.

Dass der Werdegang des Unternehmers und des Fußballfans stark voneinander abweichen, dürfte einleuchten. Und auch, wenn ich hier mit dem Beispiel nur etwas an der Oberfläche gekratzt habe, sind bereits einige Punkte über die Auswirkungen von Prioritäten deutlich geworden. Sie geben unsere Richtung vor. Sie bestimmen darüber, was wir als sympathisch und gut beurteilen und was wir als schlecht und abstoßend einstufen. Wie ich in den weiteren Ausführungen zeigen werde, sind Prioritäten die treibende Kraft in unserem Leben.

Wieso gibt es überhaupt Prioritäten?

Wir wollen zuerst aber einen Schritt zurück machen und uns die Frage nach dem Ursprung und der Entstehung von Prioritäten stellen. Dazu bedarf es eines großen zeitlichen Sprungs zurück ins antike Griechenland. Denn dort wurden zwei entscheidende Lehren geboren, die wir heute nur wenig auf dem Schirm haben. Einmal die Teleologie – die Lehre von Bedeutung und Zielhaftigkeit. Der Telos stellt dabei, die Sache dar, die für uns am allerwichtigsten im Leben ist. Die Sache, zu der uns niemand motivieren muss; die wir aus intrinsischer Inspiration heraus tun, von der uns niemand abhalten kann. Und die Axiologie – die Lehre von Werthaftigkeit und unseren Werten. Laut diesen beiden Lehren hat jeder Mensch ein individuelles System von Prioritäten, das sich hierarchisch verstehen lässt. Ganz oben steht dabei unser Telos und je weiter wir nach unten wandern, umso weniger wichtig erscheinen uns die Dinge. Entscheidend ist es hier festzuhalten, dass wir uns alle in unseren Prioritäten unterscheiden, aber trotzdem für unser individuelles Prioritätensystem wertgeschätzt und respektiert werden möchten. Und meistens sind uns die Menschen am sympathischsten, die unsere Prioritäten unterstützen und ähnliche Prioritäten besitzen.

Doch wieso unterscheiden wir uns alle in unseren Prioritäten und den Dingen, die wir als wichtig einstufen? Wieso hat Mozart sein Leben der Musik, Michelangelo sein Leben der Kunst, und Mandela sein Leben der Demokratie in Südafrika gewidmet?

Hierfür gibt es zwei Erklärungsansätze, wobei der zweite deutlich stärker ist. Wir haben einmal das Prinzip der Initialzündungen, die ausführlich von Daniel Coyle in seinem Buch Talent-Lüge behandelt werden. Dabei geht es darum, dass wir durch einen Moment des Erstaunens, der Bewunderung und Hochachtung für eine andere Person gefesselt werden, und unsere Handlungen nachhaltig verändern. Dies passiert häufig im Sportbereich. Wir entdecken einen Sportler, der als Vorbildcharakter für uns dient, etwas heroisches leistet und uns dermaßen inspiriert, dass wir beginnen, ihm nachzueifern. Ayrton Senna hatte diese Auswirkung auf viele junge Menschen, die sich dadurch für die Formel 1 begeistern konnten. Es bedarf hier nur einer einprägsamen und fesselnden Aktion, die unseren Werdegang entscheidend prägen kann.

Der zweite Erklärungsansatz bezieht sich auf unsere subjektiven Mangelerscheinungen. Wir stellen hierbei fest, dass uns etwas bestimmtest im Leben zu fehlen scheint und diesen Mangel wollen wir daraufhin füllen. Dieser Gedanke geht zurück auf Aristoteles, der in seinen Physik-Forschungen festgestellt hat, dass jede Leere gefüllt werden will. Das, was uns hier am meisten zu fehlen scheint, gewinnt die höchste Priorität in unserem Leben. Deswegen spricht Napoleon Hill auch gerne von dem versteckten Segen, einmal wenig Geld besessen zu haben, weil es viele Menschen dazu anspornt, Wohlstand aufzubauen. Andrew Carnegie können wir hier als Paradebeispiel hervorheben. Aber dieses Prinzip lässt sich auf sämtliche Bereiche anwenden. Pick-Up Artist und Bestseller Neil Strauss spricht in seinem Werk The Game darüber, dass sein Mangel an sozialer Kompetenz und seine nicht vorhandenen Beziehungen zum weiblichen Geschlecht ihn dazu getrieben haben, der beste Pick-Up Artist der Welt zu werden.

Unser individuelles System von Prioritäten ist insofern eine Spiegelung der Dinge, die wir in unseren Leben am meisten als fehlend wahrnehmen. Und jetzt beginnt es, langsam richtig spannend zu werden. Denn wir reden häufig davon, erfüllt sein zu wollen und im Leben nach Erfüllung zu streben. Doch wovon sprechen wir eigentlich, wenn wir dieses Wort Erfüllung in den Mund nehmen? Um erfüllt zu sein, bedarf es zuerst einmal eines Mangels oder laut Aristoteles einer Leere; etwas, das uns im Leben zu fehlen scheint. Und nur durch den Akt des Füllens dieser Leere, können wir uns erfüllt fühlen. Denn jedes erfüllen, setzt einen Mangel voraus, den es zu füllen gilt. Das bedeutet, dass wir uns dann am erfülltesten fühlen, wenn wir unsere Mängel durch unsere Prioritäten füllen. Die Natur assistiert uns im Endeffekt dabei, dass wir unseren Prioritäten entsprechend handeln und das tun, was uns am allerwichtigsten ist. Und das ist ziemlich genial, um es vorsichtig auszudrücken. Diesen Gedanken werde ich gleich noch weiter vertiefen. Zuvor wollen wir noch einen Blick darauf werfen, wie wir unsere Prioritäten, sowie die von unseren Mitmenschen erkennen können.

Wie erkennst Du deine Prioritäten?

Ich habe hierzu bereits einige wichtige Punkte angesprochen. Faktoren wie Entscheidungen, das Verbringen von Zeit, die eigenen Ausgaben, was unsere Aufmerksamkeit erregt, worüber wir gerne sprechen und was wir am liebsten lernen, sind klare Indizien für unsere Prioritäten. Am besten lassen sich unsere Prioritäten und die Prioritäten anderer durch die eigene Alltagsausrichtung erkennen. Denn unser Denken und Handeln sind zumeist auf das eigene Prioritätensystem zurückzuführen.

Hier gilt es jedoch, aufmerksam zu sein und eine kleine sprachliche Unterscheidung einzuführen. Ich will deswegen zwischen intrinsischen und zweckbedingten Prioritäten, sowie gesellschaftlichen Einfluss differenzieren. Denn bei vielen Menschen ist der Alltag mit zweckbedingten Prioritäten ausgefüllt. Dinge, die sie tun, um ihre intrinsischen Prioritäten erfüllen zu können. Sie arbeiten, um Geld zu verdienen und dann am Wochenende ihre intrinsischen Prioritäten ausleben zu können.

In dem genialen Werk Walden von Henry David Thoreau spricht dieser deshalb auch davon, dass viele Menschen ein Leben in stiller Verzweiflung führen. Sie haben sich von gesellschaftlichen Erwartungen und zweckbedingten Prioritäten vereinnahmen lassen, und die intrinsischen Prioritäten, die den Weg zur Erfüllung ebnen, aus den Augen verloren.

Mit gesellschaftlichen Erwartungen meine ich die Dinge, die wir tun oder die Ziele, die wir verfolgen, die wir von anderen Menschen übernommen haben. Wir tun dabei das, wodurch wir uns erhoffen, andere zufrieden zu stellen. Ohne Frage haben gesellschaftliche Einflüsse auch ihren Sinn, helfen sie uns schließlich, Teil einer Gesellschaft zu werden und uns mit anderen zu identifizieren. Einen kritischen Punkt erreichen wir allerdings dann, wenn wir ihre Ziele und Erwartungen, den eigenen überordnen. Denn dadurch ersticken wir den Teil in uns, der unser Herz aufblühen lässt. Paradebeispiel dafür ist der Charakter von Neil Perry im Film Der Klub der toten Dichter. Weil er sich gezwungen sieht, den Erwartungen seines Vaters nachzugeben und eine medizinische Laufbahn zu verfolgen, wofür er seine Liebe zum Theater verwerfen muss, zieht er einen Schlussstrich unter sein Leben.

Bei den gesellschaftlichen Erwartungen ist es sinnvoll, eine Rolle des Beobachters einzunehmen und sich selbst zu fragen ob diese einem dabei helfen die eigenen intrinsischen Prioritäten zu verwirklichen oder ob sie eher hinderlich sind. Und demnach können wir darüber entscheiden ob wir sie in unser Leben integrieren oder sie dankend außen vor lassen. Den Einfluss von gesellschaftlichen Erwartungen erkennen wir gut in unserem Sprachgebrauch. Wenn wir darüber sprechen, dass wir etwas tun sollten, dient dies meist als Hinweis auf einen Einfluss von außen. Oder wenn wir schon lange ein Ziel verfolgen, ohne dabei aktiv zu werden, dann ist es in den meisten Fällen ein weiteres Anzeichen für den Einfluss von gesellschaftlichen Erwartungen. Denn die Dinge, die unmittelbar mit unseren höchsten Prioritäten zusammenhängen, die ziehen wir auch durch – ohne wenn und aber.

Zweckbedingte Prioritäten sind von ihrer Natur her anders. Wir brauchen zwar meist etwas innere Überwindung und gelegentlich auch externe Motivation, um sie durchzuziehen, aber wir erkennen den Zweck und Nutzen in ihnen. Wir machen sie als Mittel zum Zweck. Der Zweck dabei ist die Erfüllung unserer intrinsischen Prioritäten. Und diese lassen sich dadurch erkennen, dass wir sie unter keinen Umständen delegieren würden. Eine Mutter, der die Erziehung ihrer Kinder am allerwichtigsten ist, würde nicht auf die Idee kommen, eine Nanny einzustellen, die sich um ihre Kinder kümmert. Ein großer Denker delegiert nicht die Niederschrift seiner genialen und originellen Gedanken. Picasso bittet niemand anderen, seine Bilder für ihn zu malen. Unsere deutschen WM-Helden würden nicht im Traum daran denken im Finale jemand anders für sie auflaufen zu lassen. Intrinsische Prioritäten sind die Dinge, von denen uns niemand abhalten kann.

Den eigenen Prioritäten entsprechend handeln

Wie bereits erwähnt, unterstützt uns die Natur dabei, unseren intrinsischen Prioritäten entsprechend zu handeln. Je mehr wir unseren Alltag mit ihnen ausfüllen können, umso besser und inspirierter fühlen wir uns. Denn schließlich handeln wir bei unseren intrinsischen Prioritäten am effektivsten, effizientesten, verlässlichsten, diszipliniertesten und fokussiertesten. Wir haben das Gefühl, am meisten erledigt zu kriegen und fühlen uns demnach auch am besten. Das liegt daran, dass wir uns Tag für Tag weiterentwickeln und dabei die Sache vorantreiben, die uns am meisten am Herzen liegt. Unsere Produktivität geht durch die Decke, wenn wir nach unseren höchsten intrinsischen Prioritäten handeln.

Darüber hinaus erreichen wir auch in unserem Denken immer höhere Grade und Sphären. Wie bereits erwähnt, hieß bei den antiken Griechen bereits die Sache, die einem Menschen am allerwichtigsten ist, Telos. Jetzt ist es so, dass der höchste Grad unseres Gehirns, also der am weitesten entwickelte und fortgeschrittene Part unseres Gehirn, Telencephalon heißt; was sich aus Telos und Encephalon zusammensetzt und somit den höchsten Grad unseres Gehirns darstellt. Und dieser wird dann aktiviert, wenn wir nach unserem Telos handeln. Insofern assistiert uns nun auch unser Gehirn dabei, gemäß unseren höchsten Prioritäten zu handeln. Denn es funktioniert dann am besten, wenn wir genau das tun.

Wenn wir also selbstbestimmt leben wollen, ist es entscheidend, dass wir wissen, wie unsere individuellen Prioritäten aussehen und gleichzeitig wie es um die Faktoren zweckbedingte Prioritäten und gesellschaftliche Einflüsse steht. Und den höchsten Grad der Selbstverwirklichung erreichen wir dann, wenn wir unseren Alltag (fast) ausschließlich mit unseren intrinsischen Prioritäten füllen. Nun mag das für viele sehr weit hergeholt klingen, doch dürfen wir uns nicht darin täuschen, dass irgendjemand schon sein Leben lang nur nach intrinsischen Prioritäten gelebt hat. An diesen Punkt zu kommen, müssen wir uns verdienen und erarbeiten. Allerdings ist es ein lohnenswertes Ziel. Und indem wir Stück für Stück unsere zweckbedingten Prioritäten delegieren und ein achtsames Auge auf den potentiellen Einfluss von gesellschaftlichen Erwartungen werfen, können wir es durch Ausdauer, Hartnäckigkeit, Willenskraft und inneren Trieb auch verwirklichen. Uns muss dabei nur klar sein, dass dies nicht über Nacht geschehen wird. Und genau deswegen erreicht nur eine geringen Anzahl an Menschen diesen Grad der Selbstverwirklichung.

Wie hängen deine Prioritäten mit den Prioritäten deiner Mitmenschen zusammen?

Eine Frage die sich hierbei schnell stellt, bezieht sich auf den Zusammenhang zwischen dem eigenen Prioritätensystem und dem von unseren Mitmenschen. Und hierzu gilt es, einige wichtige Punkte zu beachten. Ein Prioritätensystem hat keinen moralischen Wert. Es gibt keine guten oder schlechten Prioritätensysteme. Sie existieren einfach. Und da laufen wir häufig Gefahr. Denn wir tendieren schnell dazu, die Prioritätensysteme anderer durch unser eigenes Prioritätensystem zu filtern und zu beurteilen. Und jene, die unserem am meisten ähneln beurteilen wir am besten und positivsten und die, die am meisten von unserem abweichen, werden am schlechtesten beurteilt. Das Problem an der Sache ist, dass wir uns dadurch anderen Menschen überordnen und der Überzeugung verfallen, dass unsere verzerrte Beurteilung richtiger wäre und einen höheren Stellenwert besäße, als die von anderen. Und dadurch tut sich ein gravierender Spalt auf. Denn schließlich wollen wir alle für unser individuelles Prioritätensystem wertgeschätzt, respektiert und anerkannt werden. Wenn wir jedoch unseren Gegenüber das Gefühl vermitteln, sein Prioritätensystem wäre unwichtiger und schlechter als das eigene, dann befördern wir uns ganz schnell an das obere Ende seiner Abschussliste.

Die hohe Kunst besteht darin, die Prioritäten unserer Mitmenschen zu erkennen, uns dafür zu interessieren und anschließend innerhalb dieser Prioritäten zu kommunizieren. Denn dadurch geben wir unserem Gegenüber das Gefühl wichtig zu sein und wir lassen ihn über das reden, was ihn am meisten anspricht. Die aufrichtige Wertschätzung des Prioritätensystems unserer Mitmenschen ist der effektivste Weg sich ein riesiges Netzwerk aufzubauen.

Es gilt hier allerdings, noch zwei weitere Punkte zu beachten:

  1. Wenn wir Menschen einer Sache im Leben wirklich treu sind, dann sind dies unsere Prioritäten. Wir tun das, von dem wir uns erhoffen, dass es unsere Prioritäten am meisten erfüllt. Und das bezieht sich auf unseren Beruf, unsere Beziehungen, unsere Entscheidungen und alles weitere im Leben. Sobald wir also akzeptieren, dass ein Mitmensch nie unseren eigenen Prioritäten treu sein wird, sondern immer nur seinen eigenen, hören wir auch auf, bestimmte Entschlüsse persönlich zu nehmen und verspüren dadurch deutlich weniger Enttäuschungen.
  2. Wir sind so gepolt, dass wir uns am meisten mit Menschen umgeben wollen, die uns in unserem Prioritätensystem unterstützen. Der Haken daran ist, dass wir auch Herausforderer brauchen, um als Mensch zu wachsen. Das Witzige an der Sache ist, dass je mehr wir danach streben Menschen in unser Leben zu ziehen, die uns unterstützen, umso mehr werden wir mit Menschen konfrontiert, die uns herausfordern. Denn ohne die andere Seite, können wir keinen Fortschritt erlangen. Sobald wir also auch hier erkennen, dass Menschen, die uns herauszufordern scheinen, uns letztendlich nur in unserem Wachstumsprozess unterstützen, können wir damit beginnen ihnen dafür dankbar zu sein. Und das ermöglicht uns eine deutlich entspanntere Weltsicht.

Prioritäten und Ziele

Abschließend will ich noch kurz den Zusammenhang zwischen den individuellen Prioritäten und den eigenen Zielen ansprechen. Denn dabei scheint mir häufig eine wichtige Komponente außer Acht gelassen zu werden. Wir haben in einigen Fällen hohe Ziele, die wir erhoffen zu erreichen. Ziele, von denen wir glauben, dass sie unser Leben glücklicher machen und wir uns durch deren Erreichen besser fühlen. Das sind Ziele, wie zum Beispiel finanziell unabhängig zu sein, einen bewundernswerten Körper zu besitzen und fit zu sein, soziale Anerkennung zu genießen und beruflich Karriere zu machen. An sich sind Ziele ähnlich wie Prioritätensysteme. Sie sind erst einmal weder gut noch schlecht, bis jemand sie beurteilt und wir diesem Urteil Glauben schenken; (was nur dann passiert, wenn wir uns der urteilenden Person unterordnen).

Der springende Punkt besteht jetzt darin, dass wir uns häufig darüber ärgern, dass wir gewisse Ziele nicht zu erreichen scheinen. Und was hier eben gerne außer Acht gelassen wird, ist, dass wenn kein direkter Zusammenhang zwischen unseren Zielen und unseren Prioritäten besteht, wir diese auch nicht erreichen werden. Prioritäten spiegeln sich stets in unserem Verhalten und Handeln wieder. Wir reden uns zwar gelegentlich ein, dass beispielsweise der Aufbau von Wohlstand eine hohe Priorität von uns wäre, aber das spiegelt sich nicht in unseren Handlungen wieder. Und deswegen bauen wir auch keinen Wohlstand auf. Ähnlich ist es mit dem Model-Körper. Er klingt zwar gut und wir würden gerne auch so einen haben, aber unsere Ernährung und unsere sportlichen Aktivitäten führen uns zu einer anderen Realität. Solange sich unsere Prioritäten und Ziele nicht decken, wird hier immer eine gewisse Diskrepanz bestehen bleiben. Und das macht tendenziell eher unzufrieden, würde ich behaupten.

Es gibt diesbezüglich zwei effektive Wege uns gut zu fühlen und erfüllt zu sein:

  1. Wir richten unsere Ziele entsprechend unserer Prioritäten aus. Das ist mit Abstand der effektivste Weg die eigenen Ziele zu verwirklichen. Denn wie bereits mehrmals angesprochen, kann uns niemand davon abhalten, das zu tun, was uns am allerwichtigsten ist. Und dadurch schreiten wir unvermeidlich in die Richtung unserer Ziele voran.
  2. Die andere Möglichkeit besteht darin, Ziele festzulegen, die wir unbedingt erreichen wollen, und uns anschließend zu fragen welche Prioritäten dafür notwendig sind, um diese Ziele zu erreichen. Dieser Weg ist etwas umständlicher, aber funktioniert ebenfalls. (Wie wir unsere Prioritäten dann so ausrichten, dass sie sich mit den eigenen Zielen decken, bespreche ich in einem separaten Blog Post, in dem es rein um das Setzen von Zielen geht.)

Unser Leben ist zu einem großen Ausmaß ein Spiel von Prioritätensystemen, zumindest auf der individuellen und zwischenmenschlichen Ebene. Es lohnt sich, tiefer in dieses faszinierende und zugleich extrem umfangreiche Thema einzutauchen.

Wenn Du spannende Erfahrungen hierzu gemacht hast, oder deine Erkenntnisse teilen willst, dann hinterlasse mir einfach einen Kommentar. Ich würde gerne davon hören.

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