WIESO GIBT ES FÜ(H)R DICH SELBST UND WIE IST DAS BUCH ENTSTANDEN? – EINE PERSÖNLICHE NOTIZ

Wie schreibe ich ein Buch?

In diesem Artikel erfährst du wie mein Buch "Fü(h)r Dich Selbst" entstanden ist und wie auch Du ein Buch schreiben kannst:

Als ich mit Ende 16 begonnen habe, mich für´s Lesen zu begeistern, Vorträge zu hören und Seminare zu besuchen, hat meine größte Inspirationsquelle, Dr. John Demartini, einmal gesagt, dass wir uns nie sicher sein können, wen unsere geschriebenen sowie gesprochenen Worte erreichen werden. Die Auswirkungen seiner Worte, haben auf jeden Fall mein Leben verändert und nachhaltig geprägt. Damals wusste ich, dass ich mit meinen Worten, eines Tages etwas vergleichbares für einen anderen Menschen tun möchte. Es müssen nicht tausend oder zehntausend sein, habe ich mir gedacht. Wenn ich für nur einen Menschen tun kann, was John für mich getan hat, dann würde ich mich unendlich glücklich damit fühlen.

Ich wusste nicht, was ich schreiben werde, und ich wusste nicht einmal, wie ich schreiben werde (in der Schule ist Deutsch nie meine Stärke gewesen und meine ehemaligen Deutsch-Lehrer würden womöglich die Augen verdrehen, wenn sie wüssten, dass ich gestern das Musterexemplar meines ersten Buches erhalten habe), weil ich mich nie für einen geborenen Schreiber gehalten habe, aber ich wusste, warum und wofür ich schreibe und schreiben werde. Und dieses Motiv hat sämtliche Ausreden, Selbstminimierungsgedanken, Schreibboykotte, und alle andere „Hirnwichserei“ (Giulio Cesare Giacobbe) übertrumpft.

Als ich erkannt habe, was andere Autoren für einen enormen Einfluss auf mein Leben haben, in dem sie ihr Wissen und ihre Erfahrungen weitergeben, hat dies ein unglaubliches Feuer in mir entfacht und ich habe mich entschlossen, meine wertvollsten Kenntnisse, Strategien, und Erfahrungen zusammenzutragen und ein Buch daraus zu machen. Das Endprodukt und das Ziel des Projekts hatte ich nun schon einmal klar vor Augen. Was noch nicht klar war, war die Umsetzung.

Irgendwann -muss wohl in einem schwachen Moment gewesen sein- habe ich mich dann an der Aussage von Paulo Coelho aus dem Alchemisten hochgezogen, dass wenn du etwas ganz fest willst, das Universum darauf hinwirken wird, dass du es erreichen kannst.

Fast genau vor einem Jahr, hat das Universum mir dann tatsächlich in die Karten gespielt, als ich bei einem Projekt über E-Learning die Geschäftsführerin einer Agentur kennenlernen durfte, die Bücher verlegen, sich um den Buchsatz, das Coverdesign, das Lektorat und so ziemlich alles was dazu gehört, kümmern. Ich habe ihr von meiner Idee erzählt und dem Motiv was hinter Fü(h)r Dich Selbst steckt. Im Vergleich zu anderen, die über meine Idee und meinen Plan nur gelächelt haben, hat sie mich sehr Ernst genommen und gemeint, dass wenn die Idee noch ausgereifter ist, ich auf sie zurückkommen soll.

Als kurz darauf ein guter Kumpel von mir meinte, er würde nach Amsterdam fliegen, um ein Seminar über den gesamten Buchschreibe-Prozess (Planung, Schreiben, Publizieren, Finanzieren, Vertreiben) zu besuchen und noch ein freies Ticket hätte, hat sich mein Glaube an die Sache immens gestärkt. Kurz darauf haben wir zusammen das Seminar besucht und weitere wertvolle Tipps über das Schreiben von Büchern mitnehmen dürfen. Wir haben gemeinsam während der Tage in Amsterdam beschlossen, dass wir beide das Projekt „Buchschreiben" umsetzen werden. Und eine beschlossene Sache, wird auch durchgezogen - zumindest nach meiner Philosophie. 

Ende letzten Jahres und die ersten Monate in diesem Jahr habe ich nur mit der Planung verbracht. Was sind die Kernthemen, um die es in dem Buch gehen soll? Auf welchem Fundament baue ich meine Aussagen auf? Welche Quellen sind hierfür sinnvoll? Was soll der Leser für einen Mehrwert aus dem Buch ziehen? Was erwarte ich mir persönlich von dem Projekt? Wie soll das Buch heißen? Wie kann ich die Qualität der Inhalte, der Konzepte und der Strategien, sichern? Fragen über Fragen. Nach etwas mehr als drei Monaten intensiver Planung (und ewigem Herumgegurke davor) hatte ich einen klaren Plan, wie das Buch aussehen soll und wird. Und erst nachdem der Plan stand, habe ich mich an den Prozess des Schreibens gewagt.

Am 27.2. bin ich nach Barcelona geflogen, um in Zurückgezogenheit, ohne Ablenkungen, das Buch schreiben zu können. Dafür habe ich mir einen Zeitraum von 84 Tagen eingeräumt. Mein Plan war es, jeden Tag mindestens zwei volle DinA4 Seiten zu schreiben (ca. 1.000 Wörter). Wenn ich mehr schreiben würde, wäre das top, aber weniger ging auf keinen Fall. Ohne die erste Fassung des Buches würde ich Barcelona nicht verlassen! Und mit meinen bescheidenen 1.000 Wörtern pro Tag habe ich mich unter geringen Druck gesetzt, wusste aber, dass in der Summe auf jeden Fall mehr als ausreichend Material entstehen würde. (Ein durchschnittliches Buch von ca. 200 Seiten hat in etwa 70.000 Wörter.) Nach etwas zähem Anfang bin ich immer besser in Schwung gekommen. An manchen Tagen habe ich fast das 8-fache meiner Zielsetzung geschrieben, und an anderen Tagen war ich froh, als ich meine 2 Seiten geschrieben hatte. Unter keinen Umständen, wollte ich diese Routine brechen und das aufgebaute Momentum, ins Stocken bringen. Ich glaube, ohne es belegen zu können, dass mir diese Strategie erspart hat, mich in Schreibblockaden oder anderen mentalen Hürden zu verfangen. Ich bin auf jeden Fall dankbar, dass der Plan aufgegangen ist, und ich ohne Ausnahme, täglich geschrieben habe.

Während der Zeit des Schreibens habe ich mich so sehr daran gewöhnt und auch dafür begeistern können, dass es mir danach richtig gefehlt hat. Die erste Fassung stand und jetzt begann der, aus subjektiver Sicht, weniger erfreuliche Part: Die Überarbeitung. Das wiederholte Gegenlesen. Anschließend das Lektorat. Die Inhalte mit engen Vertrauten durchzusprechen, zu reflektieren und zu korrigieren. Aber das gehört nun mal genauso dazu.

Sechs Wochen nachdem die erste Fassung stand, habe ich das Skriptum aus der Hand gegeben. Jetzt wurde es noch ein letztes Mal lektoriert, bevor der Buchsatz beginnen konnte. Nach längerem Hin und Her, waren die Agentur, der Verlag und ich mit dem Satz, dem Cover, dem Klappentext, und den Grafiken zufrieden. Das Buch ging also endgültig aus meinen Händen - etwas schweren Herzens.

Seit ich am 28.2. das erste Wort geschrieben hatte, konnte ich den Tag nicht erwarten, die erste gedruckte Version des Buches in meinen Händen zu halten. Als es gestern endlich so weit war, musste ich erstmal schlucken. Das Gefühl, das eigene Buch das erste Mal in den Händen zu halten, war unbeschreiblich!

Ich möchte mich bei all denen bedanken, die während des Prozesses unterstützend auf mich eingewirkt haben, die mir inhaltliches Feedback gegeben und angeboten haben, die nicht gezweifelt haben, dass am Ende ein physisches Produkt daraus entstehen wird. (Ich habe euch alle namentlich im Dank am Ende des Buches erwähnt.) 

Ich will dir abschließend noch die wichtigsten Erkenntnisse und Tipps an die Hand geben, die ich bisher aus dem Projekt mitnehmen durfte:

1. Alle großen Projekte lassen sich stemmen, wenn du sie in wirklich kleine Schritte herunterbrichst und diese Tag für Tag durchziehst. Die Beharrlichkeit, die Konstanz und der Wille sind der Schlüssel bei der Sache.

2. Es gibt immer Tage, an denen du dich schwer tust, deine Vorsätze und deine Pläne durchzuziehen. Wenn du hier trotzdem handelst und aktiv wirst, baust du eine unglaubliche Widerstandskraft in dir selbst auf und dein innerer Glaube wird täglich stärker.

3. Am Ende des Tages gilt es, dir selbst treu zu bleiben. Manche Mitmenschen werden total begeistert sein, von dem was du tust,andere werden dich durch den Kakao ziehen und über deine Sache lachen. Ich bin der festen Überzeugung, dass es hier entscheidend ist, dich von keinem der beiden Pole beirren zu lassen, sondern konsequent deine Sache durchzuziehen und dein inneres Gleichgewicht zu bewahren.

In seinem ziemlich genialen Werk Antifragilität schreibt Nassim Taleb, dass 99% aller geschriebenen Bücher floppen und demnach nur 1% wirklich erfolgreich ist. Allein in Deutschland gehen jährlich 100.000 tausend Neuerscheinungen auf den Markt. Und 92% aller Bücher verkaufen sich weniger als 500 mal. Nassim Taleb sagt aber auch, dass das kein Grund ist, es nicht trotzdem immer wieder zu versuchen. Und daran habe ich mich gehalten. Unabhängig davon, wie das Buch jetzt empfangen wird und wie die Resonanz darauf sein mag, ich werde jedes Mal, wenn ich in den Spiegel blicke, wissen, dass ich mit Herzen geschrieben habe und mit dem Antrieb, dass der Leser einen Nutzen und einen Wert aus dem Buch zieht. Denn ich weiß nie, wen die Worte aus dem Buch erreichen werden.

Ich hoffe, mein bescheidenes Beispiel dient dir als Vorlage, ebenfalls nach deinen Träumen zu greifen, und die Projekt umzusetzen, die dir am meisten am Herzen liegen. Du weißt nie, welchen Einfluss du damit auf andere haben kannst. Mach dein Ding!

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